Alles, was wir geben mussten – K. Ishiguro

FullSizeRender 2Dieses war nun das erste Buch, welches ich vom mittlerweile erstaunlich berühmten Literatur-Nobelpreisträger (sogar meine Oma glaubte, den Namen schon mal wo gehört zu haben) zu lesen bekam. Schon länger stand es eigentlich auf meiner Leseliste, (ich war wohl zufällig mal auf einem Blog darüber gestolpert) aber irgendwie schwindelten sich stets andere Bücher vor, bis der Herr dann im Vorjahr eben den Literaturnobelpreis erhielt. Zu den potenziellen Preisträger-Anwärtern zählten ja schließlich Größen wie Javier Marías und Margaret Atwood, wer also könnte die übertreffen?
Ob er alle anderen in seiner Schreibweise übertrifft, kann und möchte ich wohl kaum beurteilen, aber ich muss doch zugeben, dass mich die Schreibkunst des Herrn Literaturnobelpreistägers schon äußerst beeindruckte.
Ich hatte mich kaum über dieses Werk (im Übrigen auch nicht über andere) im Voraus informiert, ich wollte – so gut es nur möglich war – vorurteilslos in die Lektüre starten, um mir dann selbst eine Meinung zu bilden. Und ehrlicherweise ließen mich die ersten Seiten etwas irritiert werden: Kathy, die mittlerweile Betreuerin ist (man erfährt lange, sehr lange nicht, wen sie betreut und wozu überhaupt), erzählt ihre Geschichte, sie erzählt von Erlebnissen aus frühster Kindheit im Internat, packend und authentisch – und doch hat man stets das Gefühl, dass hier irgendetwas so ganz und gar nicht stimmt. Immer wieder findet man Andeutungen, weiß aber nicht worauf, man kann erahnen, dass es sich bei dem Internat wohl kaum um ein normales Internat handelt, dass irgendetwas mit den Kindern, die dort leben nicht ganz in Ordnung ist,… und doch hat man keine Ahnung, was dort eigentlich wirklich vorgeht.
Erstmal begonnen zu lesen, fiel es mir natürlich sofort schwer, das Buch wegzulegen, ich konnte einfach nicht aufhören, weiterzulesen. Vielleicht lag es primär an der Spannung, die damit aufgebaut wird, dass einem als Leser stets ein wesentlicher Aspekt enthalten bleibt, während man die Geschichten aus Kathys Kindheit und Jugend mit Tommy und Ruth nach und nach erzählt bekommt. Man wartet auf den Moment, an dem man auch als Leser hinter dieses Mysterium kommt, weshalb einen die Geschichte einfach nicht loslässt. Vielleicht ist es aber auch Ishiguros einzigartiger Stil, wie er die ganze Handlung verpackt, wie er die Erzählfolge zeitlich anordnet, aus welchen Perspektiven er die Erlebnisse schildert. Hätte ich das Buch nicht an ein und demselben Tag zu Ende gelesen, hätte es mir Mit Sicherheit schlaflose Nächte bereitet. …Wobei- das hat es mit dem Ausgang der Geschichte dann dennoch.
Fazit: Unglaublich wortgewaltig und spannend bis zum Ende! Eindeutig empfehlenswert!

Persönliche Bewertung:   ✪✪✪✪✪ 5/5 

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