Der Klang der ungespielten Töne – K. Wecker

FullSizeRender.jpgAnselm Hüttenbrenner war ein Wunderkind. Als Sohn einer Pianistin und eines Opernsängers entdeckte man schon früh, dass dieser Junge zum Pianisten geboren war. Der Erfolg lässt nicht lange auf sich warten, Anselm wird von einem Studio engagiert und widmet sich gezwungenermaßen anspruchsloser Durchschnittsmusik. Bis er dort eines Tages den in die Jahre gekommenen Karpoff kennenlernt — einen  Mann, der mehr von der hohen Kunst der Musik versteht, als man ihm zunächst ansieht. Durch ebendiesen geleitet und indem er sich immer mehr von der Gesellschaft zurückzieht, nähert sich der junge Anselm allmählich der wahren Kunst der Musik. Doch bald würde auch er erfahren müssen, was es bedeutet, sich von Ruhm, Reichtum, Erfolg und falscher Liebe geblendet an geistloser Durchschnittsmusik zu verschwenden, sich an die Musikindustrie zu verkaufen und somit nicht nur sich selbst, sondern auch jegliches Gespür für die wahre Kunst der Musik zu verlieren.
Denn manchmal muss man sich erst selbst verlieren, um wieder zu seinem wahren Selbst  zurückzufinden…

„Die Wahrhaftigkeit der Klänge öffnet sich nur dem, der seinem Selbst in der Stille begegnet ist.“ (S.47)

Fazit: Konstantin Wecker erzählt in sprachlicher Souveränität die Geschichte eines Mannes, der in seinem Bestreben, die wahre Kunst der Musik erfahren und zu spüren zu wollen, schließlich zu sich selbst findet. Die anspruchsvolle Wortwahl und vor allem die vergleichsweise hohen Ansprüche, über gewisse Grundkenntnisse der Musikgeschichte und -theorie zu verfügen, welche an den Leser gestellt werden, machen den Roman zwar vermutlich eher ungeeignet für musikalisch desinteressierte Leser, zugleich aber umso ansprechender für Bewunderer klassischer Musik. Etwas vermisst habe ich leider eine gewisse Spannung, welche die Geschichte ohne weiteres durchaus hergegeben hätte. Dennoch eine wirklich empfehlenswerte Wochenend-Lektüre — besonders für Liebhaber des klassischen Musikgenres!

Persönliche Bewertung: ✪✪✪✪   4/5

Vielen Dank an dieser Stelle an das Gütersloher Verlagshaus für das Rezensionsexemplar!

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