Das Mädchen, das in der Metro las – C. Féret-Fleury

Auf dieses Buch freute ich mich zu Beginn ganz besonders und als es bei mir eintraf, unterbrach ich auch die Lektüre der anderen beiden Bücher, die ich zur selben Zeit gelesen hatte. Ein Buch über Bücher und deren Wirkung, die diese auf Menschen haben – verpackt in einer Handlung, die im wunderschönen Frankreich spielt.

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Es ist die Geschichte von Juliette, die täglich morgens mit der Metro zu ihrem Arbeitsplatz, einem Immobilienbüro, fährt. Ihre Arbeit ist monoton, nicht wirklich so, wie sich Juliette das alles damals vorgestellt hatte und dennoch — dennoch fährt sie gerne zur Arbeit, denn am Weg dorthin, wenn sie in der Metro sitzt, beobachtet sie täglich die Mitreisenden; Die Menschen und auch die Bücher, die die Menschen lesen. Sie versucht, zu beobachten, was die Leser dabei fühlen, zu verstehen, warum sie genau ebendieses Buch ausgewählt haben und nachzuvollziehen, warum genau die Seite 247 die Dame gegenüber von ihr zu Tränen rührt. Denn Bücher eröffnen neue Welten, weiß Juliette, sie lassen den Leser in den Geschichten versinken, ohne, dass man die richtigen Worte findet, um zu beschreiben, wie dies passiert.

 

„Weil es ganz schön schwerfällt, jemand anderem zu erklären, warum einem ein Buch gefällt. Ich schaffe das nicht immer. Wenn ich manche Bücher ausgelesen habe, fühle ich mich… ich weiß auch nicht. Sie lassen mich nicht mehr los.“

Eines Tages schließlich, als sie früh dran ist, entschließt sich Juliette, vor Arbeitsbeginn einen Umweg zu ihrem Büro zu machen und kommt an einem großen Eisentor vorbei, das durch ein eingeklemmtes Buch ein Stück weit offen gehalten wird. Dort begegnet sie auch Zaide, die Juliette schon bald mit ihrem Vater bekannt machen würde — einem Mann, der nicht nur unter hunderten, ja wenn nicht sogar tausenden von Büchern lebt, sondern der auch ausschließlich für seine Bücher zu leben scheint. Und genau hier soll für Juliette ein Abenteuer beginnen…

„Die kleinste Veränderung konnte ein Abenteuer sein, wenn man sie nur annahm.“

Das Mädchen, das in der Metro las ist im Grunde eine zauberhafte Geschichte über die zauberhafte Welt der Bücher. Die Handlung selbst gefiel mir sehr gut, tatsächlich hatte ich selbst bereits oft  dieselben Gedanken, die auch Juliette sich im Buch macht, häufig konnte ich mich mit ihr und ihren Gedanken gut identifizieren. Relativ entäuschend fiel für mich jedoch die sprachliche Umsetzung des Romans aus, denn die Sprache ist (leider) relativ anspruchslos und wirkt teils etwas dürftig. Zu oft erfolgen lediglich  Aneinanderreihungen von Geschehnissen – karge, simple Schilderungen, ein Hauptsatz folgt dem nächsten, was ich oftmals als etwas kalt und lieblos empfand . Ich hatte leider vermehrt das Gefühl, dass manche Stellen unnötig detailiert geschildert wurden (aus mir unerklärlichen Gründen), während andere Stellen im Bezug auf Beschreibungen und Einzelheiten wiederum aus nüchterner Distanz ausgespart blieben — ein „Gleichgewicht“ war für mich leider einfach größtenteils nicht gegeben, nicht stimmig, was bei mir auch stark das Gefühl hervorrief, wiederholt manche Passagen schlichtweg überspringen/ überlesen zu wollen. 

Fazit: Alles in allem würde ich den Roman definitiv im Bezug auf die Handlung für gut durchdacht und spannend befinden, die konkrete sprachliche Umsetzung jedoch fand ich leider eher weniger empfehlenswert, was ich für die Gesamtwirkung tatsächlich als ziemlich schade empfand. (Vermutlich nicht zuletzt auch deshalb, weil ich meine Erwartungen aufgrund des so vielversprechend klingenden Klappentextes dann doch relativ hoch angesetzt hatte)  Etwas schade…

 Persönliche Bewertung: ✪✪*   2,5/5

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