Kampfsterne – A. Hennig von Lange

Eine Siedlung in Deutschland: In dieser Nachbarschaft gibt es scheinbar nur perfekte Familien – bürgerliche Vorzeigehäuser, überdurchschnittlich intelligente Kinder und Eltern, die keine Gelegenheit auslassen,  ihre Kinder hervorzuheben. Und doch ist es nicht so, wie es scheint, wenn man nun genauer hinsieht. Denn eigentlich ist alles nur Trug und Schein – denn hinter den makellosen Fassaden hat hier jeder seine Last zu tragen:  Eheprobleme, verlorene Liebe, unerwiderte Liebe, Eifersucht, Frustration, Ängste, zu hoch gesteckte Ziele – Und zwischen all den Problemen der Nachbarn: Lexchen, das kleine rothaarige Mädchen, das stets fröhlich ist, in allem das Positive sieht, keinem etwas zuleide tun möchte, niemandem etwas Böses will und dennoch zum Spielball wird für die Probleme der anderen.1539980969599

Packend erzählt Alexa Hennig von Lange in Kampfsterne die Geschichte von Menschen, die in einer Nachbarschaft leben und unterschiedlicher kaum sein könnten. Sie erzählt von Missverständnissen und von unausgesprochenen Worten, von den Ängsten der Menschen, die scheinbar doch alles in ihrem Leben erreicht haben und dennoch nicht glücklich sind, weil sie immer und immer wieder nach mehr streben. Der gesamte Roman ist gegliedert in unterschiedlich langen Schilderungen der einzelnen Figuren, die zu Wort kommen, ihre Ansicht der Ereignisse erzählen und ihre Gedanken teilen. Die wechselnden Perspektiven schaffen eine ganz besondere Form von Dynamik: relativ rasch ändern sich die Sichtweisen umso mehr man von den einzelnen Figuren im Laufe der Handlung  erfährt – man entwickelt Sympathie für Figuren, die auch ganz schnell wieder in Ärger umschlagen kann, man beginnt, Mutmaßungen anzustellen, Handlungen zu verstehen und bekommt trotz – oder vielleicht auch gerade wegen der vielen Leerstellen, die jene Form der Erzählperspektive eröffnet,  einen Überblick über die Gedankenwelt und die Motive jeder einzelnen Figur.
Auch, wenn die sprachliche Gestaltung des Romans keineswegs anspruchsvoll ist (was eventuell auch darauf zurückzuführen ist, dass dies nach einigen Kinderbüchern nun der erste Roman für Erwachsene ist, den die Autorin verfasst hat), ist Kampfsterne in jeder Hinsicht wirklich empfehlenswert. Der Spannungsbogen zieht sich bis zur letzten Seite und das Ende lässt durchaus noch einige Fragen offen, sodass man vielleicht ja sogar auf eine Fortsetzung hoffen darf…?

Ein wirklich gelungener erster Erwachsenenroman der Autorin – kurzweilig, spannend und durchaus auch zum Nachdenken anregend!

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Vielen Dank an dieser Stelle nochmals an das Team von Vorablesen, dass ich bei der Lesung der Autorin auf der Frankfurter Buchmesse dabei sein durfte – das war für mich eine wirklich schöne Erfahrung, an die ich mich bestimmt noch lange und gerne erinnern werde!

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